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Von den im Laufe des Krieges ins Ghetto Riga Deportierten haben nur 800 die Zeit dort und in weiteren KZ überlebt. Dazu zählten etwa 100 österreichische Juden. Nach Riga verschleppt worden waren 4200 von ihnen.

 

Foto von Anna Kornfeld im Ausweis des Verbandes der österreichischen
KZ-Opfer, zirka 1946. (Scan: Steinmüller)

 

Ein ärmliches Leben

In Wien traf Anna Kornfeld ihren Pflegesohn wieder. „Obwohl damals fast die ganze Stadt zerstört war und wir uns kaum einmal richtig satt essen konnten, blickten wir optimistisch in die Zukunft angesichts des endgültigen Zerfalls des nationalsozialistischen Terrorregimes“, schrieb später Harry Gelbfarb über den Neubeginn in Wien. Anna Kornfelds „Fürsorgekarte“, ausgestellt vom Magistrat der Stadt Wien, gibt Einblick in die ärmlichen Lebensverhältnisse von Mutter und Sohn: Zu Beginn erhielten sie 50 Reichsmark, ein Lebensmittelpaket und einen Elektrokocher, im ersten Jalbjahr 1946 jeden Monat 80 Schilling, im Juni erhöhte sich der Betrag auf 100 Schilling. Trotz der Umstände gelang es Gelbfarb mit Hilfe seiner Pflegemutter, seine von Hunger und Zwangsarbeit verursachten Herzprobleme und seine Tuberkulose zu überwinden. Gelbfarb begann mit dem Boxen, in der Hoffnung mit den Preisgeldern seinen Betrag zu leisten, um das Leben der beiden zu leichter zu machen.

Übersiedlung in die USA

Im Dezember 1947 wanderten Gelbfarb und Kornfeld in die USA aus, weil es dort Verwandte gibt, die nicht dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Joseph Kornfeld, der Onkel von Pflegevater Erwin, hilft bei der Übersiedlung. Pflegemutter und -sohn hausen zunächst in einer Einzimmerwohnung. Später kommt Erwin nach, doch das Ehepaar trennt sich, möglicherweise, weil der Pflegevater von den KZ-Erlebnissen psychisch krank geworden ist. In seiner Zeit in Kalifornien Mitte der fünfziger Jahre, als Gelbfarb als Fotomodell für die Athletic Model Guild posierte, schickte er seiner Mutter ein Album mit Aufnahmen von sich.

Im Jahr 1955 kehrt Erwin Kornfeld aus dem Gulag zurück. Doch die Ehe scheitert an der langen Trennung. Erwin Kornfeld wandert zu Verwandten in die USA aus, wo er 1984 stirbt. Nachdem Gelbfarb sich in Schweinfurt niedergelassen und seine Elly geheiratet hat, holt er seine Mutter zu sich. Zu dritt bewohnen sie das eigene Haus in Zell. Wenn das Studiogeschäft schlecht läuft, unterstützt ihn Kornfeld mit Geldbeträgen aus ihrer Rente. Sie besucht ihn auch in seinem Studio im Zentrum Marienbach, Schüler und Mitarbeiter erinnern sich noch gut an das enge Verhältnis zwischen den beiden. Als Anna Kornfeld krank wird, pflegt ihr Gelbfarb sie bis zu ihrem Tod im Frühjahr 1983.

 

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